angebots-radar
Live · nur mit ZugangSammelt die Supermarkt-Prospekte der eigenen Region, macht sie durchsuchbar und meldet Treffer aufs Telefon.
Die Angebote der Woche stehen in Prospekten, die jede Kette einzeln veröffentlicht, und sie gelten nicht überall gleich: Was in der einen Filiale im Angebot ist, ist es in der Nachbarstadt womöglich nicht. Wer wissen will, ob eine bestimmte Sache gerade billig ist, blättert also durch mehrere Hefte — jede Woche neu, und meistens vergeblich.
Der Angebots-Radar sammelt die Prospekte der eigenen Region nachts selbst ein, zerlegt sie in einzelne Angebote und legt sie durchsuchbar ab. Jedes Angebot weiß, in welchen Postleitzahlen es gilt; angezeigt wird nur, was es in der Umgebung des Nutzers tatsächlich gibt. Für einen gemerkten Begriff — wahlweise mit Höchstpreis und auf bestimmte Ketten eingegrenzt — kommt eine Meldung aufs Telefon, außerhalb der eingestellten Ruhezeit. Dazu eine Merkliste für den Einkauf, nach Kette sortiert, und ein Blätterer für die Prospektseiten selbst.
Bemerkenswert ist die Leitregel dahinter: im Zweifel nichts schreiben statt raten. Eine Anwendung, die ungefragt aufs Telefon meldet, wird geglaubt, und ein Angebot mit dem Preis vom Nachbarartikel richtet deshalb mehr Schaden an als ein fehlendes. Alles, was aus einem Prospektbild gelesen wird, muss darum Gegenproben bestehen, bevor es in den Bestand darf — und wo die Erkennung selbst unsicher ist, wird sie verworfen statt geglättet.
Entscheidungen
Keine Angebote aus der Texterkennung
Ein Prospekt wurde probeweise durch eine Texterkennung geschickt. Die Produktnamen las sie gut, aber ein Drittel bis vier Fünftel der so gewonnenen Angebote wären falsch gewesen — und zwar plausibel falsch: richtiger Preis am falschen Produkt, Rabattaufkleber als Preis. Das ist die schlechteste Sorte Fehler für eine Anwendung, die ungefragt aufs Handy meldet, denn was gemeldet wird, glaubt man. Die Regel des Projekts lautet seither: im Zweifel nichts schreiben statt raten.
Die ganze Prospektseite ans Bildmodell, nicht die einzelne Kachel
Ein Bildmodell zu fragen war zunächst verworfen — laufende Kosten und eine Abhängigkeit von einem fremden Dienst in einer Anwendung, die bis dahin keine hatte. Die Rechnung kippte, als nicht mehr jede der 189 Produktkacheln einzeln geschickt wurde, sondern die 17 Seiten des Hefts am Stück: anderthalb Minuten je Prospekt, einmal pro Woche, und die Namen stimmen vollständig, wo der selbst geschriebene Leser bei 88 Prozent stehen blieb. Übernommen wird trotzdem nur, was drei Gegenprüfungen besteht — genannte Preise müssen im zitierten Text wirklich vorkommen, und das Modell darf selbst „unsicher“ sagen.
Eine gesperrte Schnittstelle bleibt gesperrt
Eine der großen Ketten weist Anfragen an ihre eigene Angebots-Schnittstelle ausdrücklich ab. Das ist eine Entscheidung des Betreibers und keine technische Hürde, also wird sie nicht mit anderen Kopfzeilen umgangen. Die Angebote dieser Kette stehen trotzdem im Bestand — über den Dienst, auf dem sie ohnehin veröffentlicht werden.
Kein zugekaufter Dienst zum Auslesen fremder Seiten
Ein bezahlter Auslesedienst hätte mit rund 600 Abrufen im Monat bequem ins kostenlose Kontingent gepasst. Sein Nutzen ist aber der Zugang zu Seiten, die sich gegen Skripte wehren — die hier genutzte Quelle liefert schlichtes HTML, die Zahl der gefundenen Angebote wäre exakt dieselbe geblieben. Richtig wäre er erst, wenn diese Quelle wegfällt.